„Don’t breakt the Chain“ mit Respekt-Joker

Vor einiger Zeit habe ich in der Zeitschrift Happinez über „Don’t Break The Chain“ gelesen. So simpel, so effektiv, jedoch für mich fehlt der Respekt und die Achtsamkeit für sich selbst und seine Bedürfnisse.

„Don’t Break The Chain“ ist eine Motivationstechnik vom amerikanischen Comedian Jerry Seinfield. Er hat für sich selbst festgelegt, dass er jeden Tag, ohne Unterbrechung, etwas für seine Show schreibt. Jeden Tag, an dem er sich daran hält, kann er ein Feld in seinem Kalender mit einem roten „X“ markieren, so dass sich eine schöne lange Kette aus „X“en bildet. Seine Motivation ist es, diese Kette nicht zu unterbrechen.


Es ist so einfach und doch eine so gute Motivation. Wahrscheinlich kennen das Viele: am Anfang eines neuen Projektes (sei es einen neuen Blog aufzubauen, ein Buch zu schreiben, abzunehmen, einen Marathon zu laufen oder etwas ganz anderes) ist man hochmotiviert und kann sich nicht vorstellen, wie man dieses Ziel nicht schaffen könnte. Doch dann kommt ein Tag an dem so gar nichts klappt. Man macht einen Tag Pause und aus dem einen Tag werden manchmal zwei Tage, eine halbe Woche, eine Woche. Bis es schließlich große Überwindung und Kraft braucht weiterzumachen und sich wieder zu motivieren. Darum: unterbreche nicht die Kette – Don’t break the chain. So umgeht man den Punkt, an dem es große Kraftanstrengung braucht weiterzumachen.

Ich finde das ist eine tolle Möglichkeit an seinen Zielen dran zu bleiben, jedoch finde ich auch, dass dabei der Respekt im Umgang mit sich selbst fehlt (wie bei vielen Motivations-Methoden). Es gibt einfach Tage an denen das Leben so schnell und laut ist, dass man keine Zeit hat an seinen Zielen zu arbeiten, auch wenn man es noch so unbedingt will. Genau an den Tagen an denen man kaum noch zum Durchatmen kommt, vor lauter Stress, sollte man sich noch weiter unter Druck setzen? Sollte man den Stress noch erhöhen?

Ich habe einen Erweiterungsvorschlag: Neben den roten „X“ für einen Tag, an dem man etwas für sein Ziel gemacht hat, noch ein grünes „X“ einzuführen. Das ist sozusagen der Joker, für die Tage, an denen man nichts gemacht hat, ABER (und das ist sehr wichtig) an sein Ziel gedacht hat, sich vielleicht sogar vorgestellt hat, wie es ist, wenn man es erreicht hat (das ständige Visualisieren des Zieles hilft dabei sich immer weiter und weiter für sein Ziel einzusetzen).

Alleine, dass man trotz Stress an sein Ziel denkt und es nicht aus den Augen verliert, hilft dabei, die Kraftanstrengung zu verringern, die es kostet wieder anzufangen. Und an manchen Tagen kann selbst das „An-das-Ziel-Denken“ eine große Herausforderung sein.

Eine weiße Perlenkette schaut auch besser aus, wenn sie von ein paar wertvollen, sehr teuren schwarzen Perlen durchzogen ist. Genauso schön kann eine Kette roter Kreuze durchzogen von einigen grünen Kreuzen sein, die als Zeichen für den Respekt sich selbst gegenüber stehen.

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